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Malteser in Elsdorf

10. September 2016: Europäischer Tag der Ersten Hilfe

"Wer nach bestem Wissen und Gewissen seinen Fähigkeiten entsprechende Erste Hilfe leistet, macht nichts falsch". Alleine im vergangenen Jahr haben die Malteser in NRW 127.000 Menschen rund um das Thema Erste Hilfe aus- und fortgebildet.

09.09.2016

Erste Hilfe leisten ist in Deutschland noch immer keine Selbstverständlichkeit. Mit verschiedenen landes- und sogar europaweiten Aktionstagen (112-Tag im Februar und der Erste Hilfe Tag im September) wollen daher Fachministerien und auch die Hilfsorganisationen die Menschen informieren, motivieren und Ängste nehmen. Dass Erste Hilfe keine Altersfrage ist, zeigt das Beispiel eines neunjährigen Jungen, der vor einigen Tagen seinen zweijährigen Bruder nach einem Badeunfall reanimieren konnte und über den Zeitungen und Fernsehsender in ganz Deutschland berichtet haben.

Der "Europäische Tag der Ersten Hilfe" am 10. September hat das Ziel, die Bedeutung fachgerechter Nothilfe bei plötzlich auftretenden Erkrankungen, Unfällen und Katastrophen im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Noch immer würden beispielsweise viele Menschen akute Anzeichen für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt falsch deuten und nicht wissen, wie sie richtig reagieren sollen. Im Grunde kann man nichts falsch machen, das weiß auch Monika Vonberg, Ausbildungsleiterin der Malteser in NRW.

Viele Menschen sind sich unsicher, wann sie einen Notarzt rufen sollen. Wann sollte das geschehen?

Monika Vonberg: Man muss zunächst einmal unterscheiden zwischen dem Hausarzt, dem ärztlichen Notdienst, dem Rettungsdienst und dem Notarzt. Der Hausarzt und der ärztliche Notdienst können in massiv lebensbedrohlichen Situationen nicht weiterhelfen. Die Auswahl müssen aber nicht Sie treffen. Sie rufen in der Rettungsleitstelle (112) an und beschreiben dem dortigen Disponenten die Situation. Er wird dann anhand seiner Erfahrung und einer Checkliste entscheiden, ob er einen Rettungswagen schickt oder auch gleich einen Notarzt dazu. Sie als Ersthelfer oder Zeuge eines Unfalls müssen sich nicht scheuen, den Notruf zu wählen.

Ist der vor dem Führerscheinerwerb verpflichtende Erste-Hilfe-Kurs ausreichend oder empfehlen Sie, weiterführende Kurse zu besuchen?

Monika Vonberg: Seit dem 1. Januar 2016 dauern alle Erste Hilfe-Ausbildungen und Erste Hilfe-Fortbildungen 9 Unterrichtseinheiten und können in der Regel an einem Tag absolviert werden. Wer zwischendurch seine Kenntnisse auffrischen möchte, kann dies mittlerweile auch online tun. Zahlreiche Apps und Videos veranschaulichen die Handgriffe, die im Notfall auszuführen sind. Aber wir Malteser raten zu richtigen Auffrischungskursen mit praktischen Übungen in einem Turnus von zwei Jahren. Alleine im vergangenen Jahr haben wir Malteser in NRW 127.000 Menschen rund um das Thema Erste Hilfe aus- und fortgebildet. Und in diesem Jahr erwarten wir noch ein paar tausend Kursteilnehmer mehr, was uns sehr freut.

Viele Menschen haben Angst, dass bei der Ersten Hilfe etwas schiefgeht und sie zur Verantwortung gezogen werden. Ist das so? 

Monika Vonberg: Nichtstun ist ganz sicher falsch. Jeder ist grundsätzlich zur Ersten Hilfe verpflichtet. Der Notruf ist das Mindestmaß, das der Gesetzgeber von jedem verlangt; mit dem Notruf ist der Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung vermieden. Wer nach bestem Wissen und Gewissen seinen Fähigkeiten entsprechende Erste Hilfe leistet, macht nichts falsch. Niemand wird zivil- oder strafrechtlich für Schädigungen belangt, die er bei Erster Hilfe dem Verletzten zufügt, sofern er nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat.

(Das Interview führte Kai Vogelmann, Leiter P+Kom-NRW. Weitere Infos zu Angeboten und Kursen gibt es unter www.malteser-kurse.de)

Weitere Informationen

Verwendungszweck: Renovierung Dienststelle Elsdorf: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Kreissparkasse Köln  |  IBAN: DE45 3705 0299 0146 0025 48  |  BIC / S.W.I.F.T: COKSDE33XXX